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Kirchengebäude

Historisch
Im Jahr 1361 wurde eine Mangersreuther Kapelle erstmals urkundlich erwähnt. In der Folgezeit entwickelte sich die Kapelle mit ihren wunderwirkenden Marienbildern zur Wallfahrtskirche. 1491 wurde auf Grund der großen Zahlen der Wallfahrten die Kapelle zur Kirche vergrößert, indem das Langschiff und der Turm an den bestehenden Chorraum angebaut wurden. 1528 beendete die Einführung der Reformation in Kulmbach die Wallfahrten. In der Nacht vom 14. zum 15. Juli 1553 tobte ein Sturm der Vernichtung im Rahmen des Bundesständischen Krieges über dem Kulmbacher Land, der auch für Mangersreuth viel Leid brachte. Dorf und Kirche wurden ein Raub der Flammen. Über 150 Jahre standen nur die Außenmauern der Kirche; es fehlte das Geld zum Wiederaufbau. Erst als sich Magister Christian Erdmann Goldner, ein in Kulmbach äusserst umstrittener Mann, sich des Wiederaufbaus durch Geldsammlungen, Verhandlungen mit der Obrigkeit und der Bauleitung annahm wurde 1720/1721 der Wiederaufbau fertiggestellt. Doch als Magister Goldner, der in Mangersreuth gerne Pfarrer geworden wäre, ohne obrigkeitliche Genehmigung die Kirche kurzerhand selbst weihte, wurden ihm schließlich mit Polizeigewalt die Kirchenschlüssel entzogen. Erst 1736 wurde Mangersreuth eigenständige Pfarrei.

Die Kirche heute
Der heutige Grundriss stammt aus dem Jahre 1491. Bemerkennswert ist auch, dass der Besucher mittels weniger Stufen ins Kirchenschiff hinabsteigt, währenddessen der Emporenausgang ebenerdig ins Freie führt. Signifikant sind der nicht mittig angebrachte Kanzelaltar aus der Werkstatt des Bayreuther Hofbildhauers Elias Räntz von 1728, das 1780 angefertigte, farbige Deckengemälde am gesamten Brettertonnengewölbe unter dem Thema "Jesus in Gethsemane", die komplett erhaltene Erstausstattung von 1721 (Taufschein, Taufschale, Opferstock), ein spätgotischer Abendmahlskelch um 1500, eine steinerne Christusdarstellung (wenn auch nur die obere Hälfte davon) aus katholischer Zeit der Mangersreuther Kirche und ein gotisches Chorraumfenster mit Maßwerk von 1434.
Das markante Bildkreuz stammt aus dem Jahre 1971 und wurde von Hans Lewerenz (1915-2006) gestaltet, welcher viele Jahre in Kulmbach lebte und wirkte.

Die jetzigen drei Glocken (g', a', c'') stammen von 1961 (Geläut anhören [329 KB] ). Die Turmuhr stammt von 1928, das jetzige Stellwerksgestänge der Uhr von 1961; eine funkgesteuerte Steuereinheit wurde 1998 eingebaut.
Die Orgel stammt aus der Werkstatt der ehemaligen Orgelbauwerkstatt Johann Wolf und besitzt 15 Register auf zwei Manualen und Pedal; sie wurde 1972 leider im neobarocken Stil umgebaut. Es wird überlegt, ob die Orgel in ihren Originalzustand zurückversetzt wird, da der Umbau keine klangliche Verbesserung - wie man damals glaubte - mit sich brachte, sondern eine klangliche Verschlechterung, wie man heute weiß.

1979/1980 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung und 2001/2002 eine Außenrenovierung, bei der auch gleich der eiserne Glockenstuhl von 1961 durch einen neuen aus Eiche ersetzt wurde. Im Oktober / November 2004 wurde dann schließlich noch die seitliche Stützmauer saniert und der Zaun, der die Kirche umgibt, gerichtet.


Einige Eindrücke ...

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